Klasse B L17 - Die vorgezogene Lenkberechtigung

Mit 17 Jahren Auto fahren, früher gehts nicht - zumindest in Österreich - allerdings gilt die Lenkberechtigung bis zum 18 Geburtstag nicht in allen anderen Ländern.

Bei dieser Ausbildungsvariante haben Sie einige Besonderheiten zu beachten:

Das Mindestalter für den Ausbildungsbeginn ist 16 Jahre, mit einem Begleiter sind insgesamt 3000 km zu fahren.
Nach jeweils 1000 km werden Schulungen in der Fahrschule absolviert.
Das große Plus, man bekommt den Führerschein schon mit 17 Jahren.

 

Persönliche Voraussetzungen
Unterlagen für die Anmeldung in der Fahrschule
Voraussetzungen für die behördliche Bewilligung der Ausbildungsfahrt
Erforderliche Dokumente für die behördliche Antragstellung zur Ausbildungsfahrt
Alleerforderlichen Dokumente im Überblick
Besonders zu beachtende Bestimmungen
Ausbildungsablauf im Überblick
Länder die den L17 Führerschein anerkannt haben - Geltungsbereich L17

 

Persönliche Voraussetzungen des Fahrschülers (Bewerbers)

 

  • Mindestalter bei Ausbildungsbeginn 16 Jahre
  • Mindestalter bei der Theorieprüfung 17 Jahre
  • Verkehrszuverlässigkeit wird nach Antragstellung von der Behörde überprüft
  • Gesundheitliche Eignung Untersuchung beim sachverständigen Arzt (unbedingt vor Antragstellung auf Ausbildungfahrt)
  • Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen
  • Fachliche Befähigung - Theoretische und praktische Führerscheinprüfung

 

Unterlagen für die Anmeldung in der Fahrschule

 

  • Amtlichen Lichtbildausweis
  • Zur Erleichterung der Abwicklung einen Meldezettel
  • Falls eine Namensänderung vorliegt die entsprechenden Urkunden
  • Nachweis des akademischen Grades

 

Voraussetzungen für die behördliche Bewilligung der Ausbildungsfahrt
 

Die Fahrten mit dem Begleiter dürfen erst begonnen werden, wenn Sie die schriftliche Bewilligung (Bescheid) der Behörde haben!

Für die Bewiliigung der Übungsfahrt ist die Behörde am Hauptwohnsitz des Begleiters zuständig!


Anforderungen an den Bewerber
um die Lenkberechtigung (Fahrschüler):

  • Mindestalter 16 Jahre

  • Verkehrszuverlässigkeit

  • Gesundheitliche Eignung (Ärztliche Untersuchung vor der Antragstellung)

  • Erforderliche geistige und körperliche Reife

  • Mindestens die theoretische Schulung nach dem Basislehrplan (26 UE) absolviert, aber auch alle 32 UE möglich

  • Praktische Vorschulung, Grundschulung und Hauptschulung (12 UE) absolviert

 

Anforderungen an den Begleiter:

  • Mindestens seit sieben Jahren im Besitz einer Lenkberechtigung für die Klasse B

  • In den vorangehenden drei Jahren Kraftfahrzeuge der Klasse gelenkt

  • In den vorangehenden drei Jahre nicht wegen einem schweren Verstoßen gegen kraftfahrrechtliche oder straßenpolizeiliche Vorschriften bestraft

  • Besonderes Naheverhältnis zum Fahrschüler

  • Wenn der Begleiter nicht selbst der Erziehungsberechtigte des Fahrschülers ist, ist eine Zustimmungserklärung des Erziehungsberechtigten ist erforderlich.

  • Der Begleiter darf nur in Ausnahmefällen mehr als zwei Bewerber innerhalb eines Jahres ausbilden. Für einen Fahrschüler sind auch 2 Begleiter und/oder 2 Fahrzeuge möglich.

 

Das Fahrzeug muss keine besonderen Anforderungen erfüllen.

 

Erforderliche Dokumente für die Antragstellung zur Ausbildungsfahrt

 

Die folgenden Unterlagen müssen Sie der Behörde vorlegen. Wenn Sie den Antrag schriftlich stellen, müssen Sie die Unterlagen in Kopie beilegen.

Begleiter

  • Führerschein

  • Nachweis der dreijährigen Fahrpraxis (Zulassungsschein od. Bestätigung des Dienstgebers)

  • Meldezettel (nicht unbedingt erforderlich, aber eine Verfahrenserleichterung)

Fahrschüler

  • Bestätigung der Fahrschule für die absolvierte Grundschulung

  • Bestätigung der geistigen Reife durch Erziehungsberechtigten (auf dem Formular)

  • Namen der Person(en), die den Fahrschüler auf den Ausbildungsfahrten begleiten

Fahrzeug

  • Zulassungsschein oder Zustimmungserklärung des Zulassungsbesitzers

Zustimmungserklärung

  • Wenn der Begleiter nicht der Erziehungsberechtigte des Fahrschülers ist, dann ist eine Zustimmung des Erziehungsberechtigten zur Ausbildungsfahrt erforderlich.
Bei welcher Behörde muss der Antrag abgegeben werden?

Den Antrag bei der Führerscheinbehörde des Hauptwohnsitzes des Begleiters abgeben!


Beispiel 2 Begleiter:

Begleiter A hat seinen Hauptwohnsitz in Wien, Begleiter A gibt seinen Antrag am Verkehrsamt Wien ab.
Begleiter B hat seinen Hauptwohnsitz in Mistelbach,Begleiter B gibtseinen Antrag auf der BH Mistelbach ab.

Sinn: Die Überprüfung der Vorausetzungen des Begleiters, muß bei der für ihn zuständigen Behörde erfolgen.


Tipp!

Gleich nach Anmeldung in der Fahrschule den Antrag ausfüllen, die erforderliche Dokumente beilegen und bei der Führerscheinbehörde des Hauptwohnsitzes des Begleiters abgeben. Auch wenn der Fahrschüler die Grundschulung noch nicht absolviert hat !!!

So kann die Überprüfung der Voraussetzungen des Begleiters parallel zur Grundschulung des Fahrschülers stattfinden, siereichen danndie Fahrschulbestätigung über die Grundschulung nach.

Vorteil:
Im Idealfall gibt es dann bei der Vorlage der Fahrschulbestätigung über die Grundschulung, bereits die Bewilligung zur Ausbildungfahrt. Die Wartezeit auf den Bescheid (Bewilligung) reduziert sich!

Alle erforderlichen Dokumente im Überblick

Bei der Anmeldung

Vor der Ausbildungfahrt

Vor der Theorieprüfung

Vor der Praxisprüfung

Amtl. Lichtbildausweis - - -
Ev. Meldezettel - - -
Ev. Nachweis des akademischen Grades - - -
Ev. Urkunden bez. Namensänderung - - -
-

Ärztliches Gutachten

- -
- Führerschein des Begleiters - -
- Nachweis der Fahrpraxis des Begleiters - -
- Fahrschulbestätigung - -
- Antrag auf Ausbildungsfahrt stellen 1) - -
- Bescheid der Behörde abwarten - -
- - Ein Passfoto -
- - - Nachweis lebensrettende Sofortmaßnahmen

1) Bei der Führerscheinbehörde am Hauptwohnsitz des Begleiters

Bei der Theorieprüfung und bei der Praxisprüfung benötigen Sie einen amtlichen Lichtbildsausweis!

Unterziehen sie sich so früh wie möglich der ärztlichen Untersuchung, am besten vor der Anmeldung in der Fahrschule und geben sie das Gutachten vor der Theorieprüfung selbst bei der Behörde ab!

 
 
Besonders zu beachtende Bestimmungen

Für Begleiter und Fahrschüler gilt die 0,1 Promille Grenze. Bei einem Verstoß des Fahrschülers gegen diese Bestimmung, darf der Fahrschüler nicht vor seinem 18 Geburtstag zur Prüfung antreten.

Der Begleiter muss den Bewilligungsbescheid und seinen Führerschein mitführen, der Fahrschüler einen amtlichen Lichtbildausweis.

Der Begleiter darf den Fahrschüler nicht in Verkehrsverhältnisse bringen, denen dieser nicht gewachsen ist, die Verkehrsvorschriften müssen beachtet und Unfälle verhindert werden.

Der Begleiter muss (natürlich) neben dem Fahrschüler sitzen.

Vorne und hinten am Fahrzeug muss während der Übungsfahrt die „L17-Tafel" gut sichtbar angebracht sein, nach der Fahrt muss die Tafel entfernt werden.

Über diese Übungsfahrten muss ein Fahrtenprotokoll geführt werden, welches vom Begleiter und vom Fahrschüler unterschrieben werden muss.

 

Ausbildungsablauf im Überblick

Zu Beginn der AusbildungmüssenSie für26 UE Basisschulung in den Theoriekurs, aber am besten absolvieren Sie den Kurs gleich ganz. (Denn wenn der Kurs nicht gleichzu Ausbildungbeginn ganz absoviert wurde, dannmuss derklassenspezifische Teil des Theoriekursesnach den 3000 km absoviert werden.)
Parallel dazu fahren Sie 12 Fahrstunden.

Diese Ausbildung (26 Theorie und 12 Praxis) bezeichnet man als Grundschulung.

Nach dieser Grundschulung erhalten Sie von der Fahrschule eine Bestätigung mit der Sie bei der Behörde um die Erlaubnis zur Durchführung von Ausbildungsfahrten ansuchen können.


Die folgende Grafik gibt Ihnen einen Überblick über den Aufbau der gesamten Ausbildung für die Klasse B L17:

Art Anzahl UE á 50 min
Vorschulung 3
Grundschulung 3
Hauptschulung 6
Mind. 1000 km mit Begleiter
1. Begleitende Schulung 2
Mind. 1000 km mit Begleiter
2. Begleitende Schulung 2
Mind. 1000 km mit Begleiter

Perfektionsschulung praktisch

(Prüfungssimulation, Autobahnfahrt)

3
Perfektionsschulung theoretisch 1



Inhalt der begleitenden Schulungen

Alle Schulungen finden im Beisein eines eigens dafür ausgebildeten Fahrlehrers statt!

Der oder die Begleiter (alle!) müssen bei der 1. und 2. Schulung anwesend sein, bei der Perfektionsschulung besteht keine Anwesenheitspflicht!

Die 1. Schulung besteht aus einer Fahrt im Privat-PKW, bei der der Begleiter neben dem Fahrschüler sitzt und der Fahrlehrer auf der Rücksitzbank Platz nimmt. Danach folgt ein gemeinsames Gespräch unter der Leitung des Fahrlehrers zu den Themen Geschwindigkeit und Blicktechniken.

Die 2. Schulung und die 1. Schulung haben den selben Ablauf, die Themen des Gespräches der 2. Schulung sind Partnerkunde und Gefahrenlehre.

Im Rahmen der Perfektionsschulung wird mit dem Fahrschulauto gefahren. Das Gespräch beinhaltet das Thema Beeinträchtigung beim Lenken von Kraftfahrzeugen und soll abschließende Erkenntnisse zu den Ausbildungsfahrten bringen.

Ein fixer Teil aller Schulungen ist das Besprechen der bisherigen Erfahrungen und die Analyse von Gefahrenschwerpunkten. Das Ziel ist Konsequenzen, Erkenntnisse und Vorsätze für ein sicheres Lenken herauszuarbeiten.

Die Schulungen sind keine Prüfungen!

Die Fahrschule muss die Durchführung jeder begleitenden Schulung schriftlich bestätigten.



Zusätzliche Informationen